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Tagebuch 2009 von Susanne Volkmann

10. Spendentransport nach Nepal

tagebuch-2006
Das Team November/ Dezember 2009

Susanne Volkmann
(Projektleiterin Bal-Balika-Nepal, Henkel AG & Co KGaA)
Susanne.Volkmann@henkel.com

Ines von Rosenstiel
Chefärztin Kinderheilkunde (Projektleiterin Mdeical-Checks-for-Children, Slotervaart Krankenhaus, Amsterdam)

Stefan Redlich
(Projektmanager, Mediziner, Frankfurt)

Marika Guillaume (Hausfrau, Düsseldorf)

Stephanie Paffrath (Kunstrestauratorin)

Dirk Volkmann (Unternehmensberater)

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Das-Team-2007

Rachel Rijnders (Intensivkrankenschwester)

Barbara Uetz (angehende Kinderärztin)

Annemarie Schalkwijk (angehende Hausärztin)

Marianne Slee (Kinderärztin)

Paul van Wijnjarden (Unternehmensberater)

Ada Nieuwendijk (Fotografin)

Ria Schmitz (Physiotherapeutin) und ihre Tochter Eva Schmitz (Psychologiestudentin) und Barbara Datson (Psychologin, Projektmanager „Chance for Nepal").

Das Tagebuch 2009

Copyright © 2001 –
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26.11.09

Und nun ist es wieder soweit. Vergangenes Jahr konnte das deutsche Team leider nicht nach Nepal fliegen, auf Grund der Terrorwarnungen.

Endlich konnten wir jetzt packen, organisieren und vorbereiten, um am 26.11.09 nach Kathmandu zu fliegen. Aus Deutschland fliegen noch mit Marika Guillaume (Hausfrau), Stefan Redlich (Arzt), Barbara Uetz (angehende Kinderärztin), Stephanie Paffrath (Kunstrestauratorin) und mein Mann Dirk Volkmann (Unternehmensberater Erneuerbare Energien). Wir treffen in Frankfurt auf Ines von Rosenstiel (Kinderärztin, Amsterdam, Projektmanager „Medical Checks for Children“), mit meiner lieben Freundin habe ich das Kinderhilfsprojekt vor 10 Jahren gegründet. Aus Holland sind schon in Kathmandu angekommen: Rachel Rijnders (Intensivkrankenschwester), Annemarie Schalkwijk (angehende Hausärztin), Marianne Slee (Kinderärztin) Paul van Wijngaarden (Unternehmensberater), Ada Nieuwendijk (Fotografin), Ria Schmitz (Physiotherapeutin) und ihre Tochter Eva Schmitz (Psychologiestudentin) und Barbara Datson (Psychologin, Projektmanager „Chance for Nepal“) aus London. Wir treffen uns am Freitag 27.11.09 kurz nach unsere Ankunft mit dem Team zur ersten Besprechung. Wir packen für den kommenden Tag unsere Taschen mit med. Messgeräten, Medikamenten, Verbandsstoffen, Zahnbürsten und Zahnpasta.

Marika Guillaume Marianne Slee  Annemarie Schalkwijk  Ada Nieuwendijk        
Ines von Rosenstiel Marika Guillaume Marianne Slee      Annemarie Schalkwijk  Ada Nieuwendijk
Barbara Uetz  Barbara Datson       Ria Schmitz              Stefan Redlich     Paul van Wijngaarden     
Barbara Uetz  Barbara Datson       Ria Schmitz              Stefan Redlich      Paul van Wijngaarden
Rachel Rijnders       Stephanie Paffrath        Eva Schmitz         Susanne Volkmann    Dirk Volkmann     
Rachel Rijnders       Stephanie Paffrath        Eva Schmitz         Susanne Volkmann    Dirk Volkmann
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28.11.09

Wir werden um 7:30 abgeholt und fahren zum OCRC (Orphan Children Rescue Center). Dies ist ein kleines Waisenhaus in Bakthapur. Es ist schön zu sehen, wie sich das Waisenhaus in den vergangenen Jahren langsam entwickelt hat. Es hat nun seinen eigenen kleinen Garten zum Anbau von Gemüse, es wurden noch zwei Stockwerke  auf das Haus gebaut und alle Fenster haben nun auch Glasscheiben. Prima!!!

OCRC  

Wir werden fröhlich von den 23 Kindern begrüßt. Schnell haben wir unser medizinisches Karussell aufgebaut. Zusätzlich zur Hb-Messung (Parameter für Blutarmut = Anämie), Länge, Gewicht und Kopfumfang (Parameter für Unterernährung), sowie Sauerstoffsättigungsgehalt im Blut (Parameter für evtl. Lungen oder Herzkrankheiten) und die eigentliche medizinische Untersuchung der Kinder durch die  Ärzte haben wir neben der Apotheke zum Schluss noch eine weitere Station hinzugefügt: „die  Hygieneschulung“.

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Hier wird erklärt wie man sich richtig die Hände wäscht und die Zähne putzt. Dies ist eine Maßnahme, damit die Infektionsrate der Kinder deutlich abnimmt.
Wir untersuchen hier 34 Kinder. Wir haben Kinder mit Anämie, Karies, Untergewicht und Hautkrankheiten. Alle Kinder können wir mit unseren Medikamenten behandeln. Wir übergeben die Medikamente mit genauer Dosierung an den Leiter des Waisenhauses, damit diese genau verteilt werden können. Zum Abschied gibt es für jedes Kind eine Zahnbürste, Zahnpasta und ein kleines Stofftier. Die Freude ist groß!!!!

 

Anschließend fahren wir zu einem für uns neues Waisenhaus. Es heißt Swarga Children Home und dort leben 17 behinderte Kinder.

swarga children home  

Das Swarga Children Home hat eine wunderschöne und liebevolle Atmosphäre. Die Leiterin ist Joyce, eine Holländerin und der Heimleiter ist Krishna, ein Nepalese.
 
Wir sind beeindruckt von den Kindern, die geistig und körperlich behindert sind und in ihrer Welt recht fröhlich leben. Die meisten Kinder spielen im Garten und warten auf uns.

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Auch hier untersuchen und behandeln wir die Kinder. Weitere sechs behinderte Kinder aus der Umgebung werden noch zu uns gebracht. In Swarga diagnostizieren wir Kinder mit Blutarmut, Untergewicht, Pneumonie, Karies, Vitaminmangel.

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Wir versprechen Joyce nächstes Jahr wieder zu kommen. Ich hinterlasse dem Heim ein Sauerstoffsättigungsgerät, damit sie die Kinder auch „zu Hause“ auf die Schwere der Atemnot untersuchen können, und nicht den anstrengenden, teuren  Weg mit dem Taxi ins Krankenhaus nehmen müssen. Die Freude über das Geschenk ist riesig.

Gruppenfoto

 

An jedem Abend treffen wir uns zu unserem Feedbackgespräch auf einem Zimmer. Hier werden die Bögen der untersuchten Kinder ausgezählt, es werden falls nötig die Einweisungen für das Kanti-Kinder-Krankenhaus geschrieben, damit diese dann an die Heimleiter oder Schulleiter weitergegeben werden können. Die Taschen für den kommenden Tag werden gemeinsam gepackt und jeder erzählt seine Eindrücke von dem Tag.

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29.11. + 30.11.09

Heute treffen wir wieder Frau Prami Shresta und ihre Mitarbeiter. Prami ist uns sehr vertraut, da wir sie nun schon seit vier Jahren kennen und das kleine Krankenhaus in Hattiban seit drei Jahren unterstützen. Die Hattiban Poli-Klinik wurde vom deutschen Hattiban-Förderkreis gegründet.

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Hier werden Nepalesen aus den umliegenden Dörfern kostenlos behandelt. Dort arbeiten zwei Healthworker. Die Fahrt nach Hattiban ist wunderschön, wir fahren eine Stunde bei strahlend blauen Himmel durch die so typische nepalesische Landschaft, die ich so gerne mag.

Wir werden herzlichst von Prami und ihren Mitarbeitern mit einer kleinen Ansprache begrüßt. Dazu verteilt Prami Flyer von dem gegründeten Hattiban Förderkreis, den man unter anderem auch finanziell unterstützen kann. Marika hatte von ihren Freundinnen Spenden für unser Projekt bekommen und sie entschließt sich ganz spontan das Hattiban Projekt mit diesem Geld zu unterstützen. Davon kann ein Kind aus dem Dorf ein Jahr lang die Schule besuchen. Welch ein Glück!!!, vielleicht spenden ihre Freundinnen ja nächstes Jahr noch einmal für das Nepal Projekt??? J
Und wieder einmal ist die Organisation hier in den Bergen von Kathmandu perfekt.

Barbaras Datson hat in Zusammenarbeit mit „MCC“ Poster auf Englisch und Nepalesisch vorbereitet. Auf diesen stehen die Symptome von Blutarmut und Wurminfektion, so dass die Lehrer dies frühzeitig diagnostizieren können. Wir hängen die Poster in den Schulen, Waisenhäusern und der Hattiban Klinik auf.

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Heute untersuchen und behandeln wir 183 Kinder.

 
 

Es ist schön zu sehen, dass viele Kinder mit ihren Eltern kommen, die sehr interessiert an den Untersuchungen sind. Einige Kinder erkennen wir wieder, oder sie erkennen uns. Schnell ist unser medizinisches Karussell wieder aufgebaut.

Es macht mir so viel Spaß wieder hier zu arbeiten. Die Mitarbeiter von Prami sind sehr bemüht, sie registrieren die Kinder, sie übersetzen nepali-deutsch. Die Kinder sind einfach zu niedlich, einige ein bisschen ängstlich, manch einer ganz fröhlich. Stephanie geht auf in ihrer Rolle als „Lehrerin für Hygiene“. Sie erklärt den Kindern (nun schon in einigen Worten nepali) wie sie sich am besten die Zähne putzen und die Hände waschen. Die Kleinen haben so viel Spaß mit Stephanie!!

Am nächsten Tag sind wir nochmals in der Hattiban Klinik, heute kommen die Schulkinder zu uns. Heute untersuchen und behandeln wir weitere 138 Kinder. Auch hier erkenne ich den ein oder anderen wieder, und wieder ist es einfach nur schön hier zu sein.
Dirk hat heute Nachmittag einen Termin bei der deutsch-nepalesischen Handelskammer. Der Kontakt wurde durch den nepalesischen Honorarkonsul Herrn Ram Thapa hergestellt, da dieser weiß, dass Dirk im Bereich Erneuerbare Energien beratend tätig ist. Beim Termin in der Handelskammer stellt sich bei einem Gespräch mit dem Präsidenten und der Geschäftsführerin heraus, dass nur 1% des Wasserkraftpotenzials von 83.000 Megawatt in Nepal tatsächlich genutzt wird. Kathmandu hat an 4 Stunden pro Tag Stromausfall, der in den nächsten 5 Jahren bei unveränderten Kapazitäten auf 20 Stunden anwachsen wird. Dirk hat sich bereit erklärt am Freitag zwei Vorträge zu halten, über Wasserkraft und Planung und Finanzierung von Biomasse Projekten. Hierzu werden Mitglieder der Kammer, des Energieministeriums und der nationalen Elektrizitätsbehörde eingeladen.

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01.12.09

Wir fahren heute früh zur Triple Gem-Schule. Dieser Kontakt ist durch Barbara Datson und den Lama Kondam entstanden. Die Triple Gem Schule ist eine Schule für buddhistische Kinder, eine Tagesschule, aber auch ein Internat.

       

Die Kinder kommen alle aus sehr, sehr armen Verhältnissen. Wir bauen unser med. Karussell im Schulhof auf. Auch hier ist die Organisation perfekt. Wir haben drei Lehrerinnen, die uns bei der Registrierung der Kinder helfen und weitere Lehrer und Lehrerinnen, die uns beim Übersetzen ins Englische unterstützen.

Wir untersuchen hier 176 Kinder. Stephanie ist wieder in ihrem „Seifenelement“. Sie erklärt mit einer unglaublichen Fröhlichkeit und Hingabe den Kindern, wie sie ihre Hände richtig waschen sollen. Schnell hat sie einen „kleinen Freund“ aus der Schule an ihrer Seite. Ram ist 14 Jahre alt und spricht sehr gut englisch und unterstützt sie bei den Übersetzungen die vor allem bei der Übersetzung der Anamnesebögen sehr wichtig ist. Einige Eltern bringen ihre Papiere der früheren Krankenhausaufenthalte mit. Sie haben Vertrauen in unsere medizinische Arbeit.

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02.12.09

Das internationale Team fährt heute wieder zur Triple Gem Schule und untersucht 220 Kinder. Auch an diesem Tag war wieder alles durch den Lama Kondam und seinem Team sehr gut organisiert. Zum Abschluss gibt es für unser Team eine ganz besonders schöne buddhistische Zeremonie aufgelockert durch fröhliche Musik mit Tanz. Für jedes Teammitglied gibt es eine Katta und eine Tanka.
Für mich ist heute ein ganz besonderer Tag, denn ich fahre mit Dirk und Prami zur Jalupa Schule.

In dieser Schule haben wir die vergangenen Jahre gearbeitet. Barbara Datson hat auch diesen Kontakt durch Father Greg hergestellt. Father Greg, ein Jesuitenpater aus Amerika lebt seit 18 Jahren in Nepal und kümmert sich um die ethnische Minderheit der Bevölkerung, die Tamangs. Je weiter man sich vom Kathmandu-Tal entfernt und die hinduistischen Newar hinter sich lässt, desto häufiger trifft man auf die buddhistischen Tamangs. Davon leben in Nepal etwa 800.000. Die meisten von ihnen sind Bauern, die von dem leben, was sie produzieren. Das Projekt von Father Greg arbeitet mit der Charity Organsiation Shenpen zusammen, die durch den berühmten Lama Coeki Nyma Ringpoche gegründet wurde. Leider musste Father Greg das Land verlassen und nun hat ein Nepalese (Herr Phanindra Kathry) die Schule übernommen. Dieses Jahr werden wir hier nicht arbeiten, da es im vergangenen Jahr Schwierigkeiten mit der Reorganisation gab.

Ich habe mich in den vergangenen vier Jahren mit einer Schülerin (Evina Tamang, 14 Jahre) angefreundet.

Evina Tamang Jedes Jahr wartet sie auf mich, wenn wir zum Checken der Kinder kommen. Im vergangenen Jahr konnte ich nicht nach Nepal reisen, auf Grund der Terrorwarnungen. Nun habe ich ihr in den Wochen vor meiner Abreise einen Brief geschrieben, dass Dirk und ich sie besuchen kommen. Wir möchten gerne Evina Tamang unterstützen. Nun sprechen wir erst mal mit dem Direktor, (wie schön dass Prami als Dolmetscherin mit dabei ist) und wollen wissen, wie eine sinnvolle Unterstützung des Kindes machbar ist.    
   

Dirk und ich entscheiden uns Evina für das kommende Schuljahr finanziell zu unterstützen. Wir möchten Evina bis zur 10. Klasse der Jalupa Schule begleiten und ihr dann eine Ausbildung in Nepal zu finanzieren. Nach unserem Gespräch mit dem Direktor kommt Evina. Es ist so wunderbar sie wieder in meine Arme zu schließen. Evina ist so schüchtern und freut sich aber auch sehr. Stolz erzählt sie dass sie drittbeste im Schulexamen geworden ist! Klasse!!! Anschließend laufen wir durch das Dorf, zum Hostel von Evina.

   

Hier wohnen 50 Mädchen im Alter von 5-17 Jahren. Das Hostel wird von zwei Schwestern (Bambinischwestern, ein italienischer Orden) geführt. Wir sind glücklich, dass es Evina hier so gut geht. Sie zeigt uns ihr Bett in einem Schlafraum, in dem 50!! Mädchen schlafen. Unvorstellbar für unsere Verhältnisse.

Alles ist sehr, sehr sauber und unglaublich ordentlich. Außerdem haben die Schwestern für die Frauen im Dorf eine Nähschule eingerichtet. Für 50 Rupie (0,50 €) im Monat lernen die Frauen über eine Zeit von sechs Monaten das Schneiderhandwerk.

Eine gute und sinnvolle Idee von den Bambini-Schwestern. Wir werden noch zum Tee eingeladen und haben eine ganz besondere Zeit hier mit Evina. Dirk und ich versprechen den Schwestern noch Zahnbürsten und Zahnpasta für die Mädchen vorbei zu bringen. Der Abschied naht und es fällt mir sehr, sehr schwer zu fahren. Nur gut zu wissen, dass es Evina hier sehr gut geht, wir freuen uns jetzt schon sie nächstes Jahr wieder zu sehen.
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03.12.09

Heute fahren wir zu einer Schule, auch über den Kontakt von Barbara Datson und dem Lama Kondam: die Thaka English Secondary School. Hier gehen über 500 Kinder zur Schule, es sind Kinder der Newari, eine Ethnie in Nepal, die hauptsächlich im Kathmandu-Tal angesiedelt ist. Acht Kinder leben hier in der Schule und 25 Waisenkinder leben in einem Ashram (klosterähnliches Meditationszentrum), in der Nähe der Schule.

 
 
Es ist auffallend wie arm hier die Kinder sind. Nur gut, dass wir hier arbeiten können. Auch hier klappt die Organisation sehr gut. Die älteren Kinder sind sehr interessiert und helfen mit. Sie unterstützen die Ärzte beim Dolmetschen, schreiben in Nepali die Aufkleber zur Einnahme der Medikamente, schneiden die Pflaster für die Blutabnahme und helfen bei der Hygienemaßnahme. Innerhalb von vier Stunden sind 208 Kinder medizinisch untersucht und behandelt. Auch hier wurde uns ein liebevolles Mittagessen mit Obst zubereitet.

Heute Abend trifft sich das ganze Team im Sechen Guesthouse im Garten zu einem gemeinsamen Abendessen. Fröhlich und sehr zufrieden genießen wir den schönen Vollmondabend bei Nepali Küche.
 
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04.12.09

Heute können wir in das kleine Waisenhaus Malinka-Home von Martine und Lobsang, die Eigentümer des Valley Guesthouses, besuchen. Dieses Haus ist vor zwei Jahren von Martine und Lobsang gemietet worden, um sechs Straßenkinder ein zu Hause zu bieten. Nun leben schon 25 Kinder in diesem Waisenhaus, welches letzte Woche mit bunten Farben renoviert wurde. Länge, Gewicht und Blutabnahme sind in der Küche aufgebaut, die Mediziner arbeiten im Wohnzimmer, sitzend auf buddhistischen Meditationskissen. Die Kinder waren sehr zutraulich, bis auf ein Mädchen, dass am ganzen Körper zitterte. Sie war vor zwei Wochen aus einem Heim für geschlagene Kinder geholt worden. Auch in diesem Hein fühlten wir die liebevolle Energie der Mitarbeiter und Freiwilligen.

Um 15:00 Uhr hat Dirk den geplanten Termin bei der Nepalesisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer. Die Kammer hat private und staatliche Entscheidungsträger eingeladen, um über den anstehenden Klimawandel und die Nutzung von Erneuerbaren Energien zu diskutieren. Dirk hat zwei Vorträge zu Status Quo und Ausblick der Nutzung von Wasserkraft (Nepal nutzt nur 1 % des Potenzials von 83.000 MW) und zur Planung von Bioenergieprojekten vorbereitet. Das Interesse bei den Teilnehmern ist groß, durch die politische Lage ist die Umsetzung schwierig.

Das Team packt nun für dieses Jahr wieder einmal die Taschen, ordnet und sortiert die Papiere und nimmt so langsam Abschied von Nepal. Jeder genießt den freien Nachmittag mit einem Besuch im Kopan Monestry, Pashupatinath, Boudanath oder einfach die Sonne Nepals.

Insgesamt haben wir in den sieben Tagen 992 Kinder untersucht und behandelt, wobei auch die ersten Ansätze gelungen sind, Kinder mit eventuellen Herzfehlern ein angemessenes Follow-up auf der Kardiologie im Kanti-Children-Hospital zu bieten.

Noch in Nepal werden schon neue Pläne für das nächste Jahr geschmiedet. Bei einem Treffen im Dwarika Hotel mit Sangita Shresta Einhaus besprechen wir ihr Kinderhilfsprojekt in einem kleinen Dorf im Terrai, wobei unsere medizinische Hilfe dort in 2010 sehr gewollt ist. Das Dorf soll auf Erneuerbare Energien (PV, Solarthermie, Biogas [anaerobe Fermentation] etc.) und Zero Carbon umgestellt werden, mein Mann wird hier ebenfalls Unterstützung geben können.

Das Team war in diesem Jahr mit 15 Mitgliedern recht groß, doch durch alle Mitglieder positiv bewertet, da es die Möglichkeit gibt, die einzelnen Stationen im medizinischen Karussell zu wechseln und jedem ein bisschen Zeit für sich selbst zu lassen.

Ich habe die Zeit in Nepal wieder sehr genossen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht hier zu arbeiten. Dank der guten Teamarbeit auch in diesem Jahr konnten wir wieder einiges bewegen. Es gab wieder viele fröhliche Momente, aber auch Zeiten, Begegnungen und Eindrücke die mich, aber auch das Team sehr bewegten. Nun in Deutschland angekommen, habe ich Zeit ein bisschen zu reflektieren, und meine Kraft und Energie für Nepal 2010 einzusetzen.

Ich danke dem Team („Kathmandu Mission 2009) für die wunderbare Arbeit in Nepal, nun schon seit 10 Jahren!!! Ein großes Danke an die Zusammenarbeit mit Dr. Ines von Rosenstiel (Medical-Checks-for-Children) und Barbara Datson (Chance for Nepal).
Einen medizinischen Report finden sie auf meiner Homepage „Medical Report 2009“

Susanne Volkmann, Dezember 2009

 
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